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Mehr Milchgeld durch reduzierte Herdenzellzahl
02.06.2020

Was zeichnet Betriebe aus, deren Herdenzellzahl über mehrere Jahre auf einem niedrigen Niveau von ca. 100.000 Zellen/ml liegt? In jedem Fall belohnen sich diese Rinderhalter täglich mit höheren Erlösen aus der Milch.

Dieser Mehrerlös ist mit dem Herdenzellzahlrechner sehr gut zu ermitteln (https://infothek.die-milchkontrolle.de/elearning/zellzahlrechner). So nennt der Herdenzellzahlrechner nach Eingabe weniger Werte die durchschnittliche Milchleistungssteigerung pro Tier, die durch die angestrebte Verbesserung der Zellzahl erreicht werden kann. Dieser vermiedene Milchrückgang wirkt sich in barer Münze aus und wird oftmals im Gegensatz zum Medikamenteneinsatz, zu den Tierarztkosten und der Extraarbeit mit den Kannenkühen nicht wahrgenommen, obgleich er allein für einen Betrieb mit 100 Kühen schnell monatlich über 1.000,- EUR beträgt.

Selbstverständlich ist die tatsächliche, individuelle Steigerung der Milchleistung von verschiedenen Faktoren abhängig. Dies sind z.B. Laktationszahl und -stadium, (Euter-) Gesundheitsstatus der einzelnen Kühe sowie Klima und Fütterung.

Doch was haben Betriebe mit hoher Eutergesundheit gemeinsam? Hier sind insbesondere die klar strukturierten Arbeitsabläufe im Melkstand, die unabhängig vom Melkpersonal eingehalten werden und hohe Hygienestandards bei optimal eingestellter Melktechnik beinhalten, ein entscheidender Faktor. Ebenso sind eine ausgefeilte Fütterung und Boxenpflege sowie die Vermeidung von Stress jeglicher Art bedeutsam.

Strategisches Eutergesundheitsmonitoring

Darüber hinaus reagieren die Halter eutergesunder Milchkuhherden sehr sensibel und frühzeitig auf Zellzahlanstiege. Um die Ursachen hierfür strategisch einzugrenzen und Handlungsoptionen abzuleiten, nutzen diese erfolgreichen Betriebe vielfach die von den LKV bereitgestellten Eutergesundheitskennzahlen (https://infothek.die-milchkontrolle.de/elearning/eutergesundheit). Mit diesen Kennzahlen können die einzelnen Produktionsphasen einer Kuh bzw. der Herde effizient überwacht werden. Insbesondere im Zusammenspiel mit einer tierärztlichen Bestandsbetreuung werden so wirtschaftliche Verluste vermieden. Ebenso ebnet ein solches Vorgehen den Weg zu einer niedrigeren Herdenzellzahl und minimiert das Risiko von wiederholten Rückschlägen.