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Nachwuchs im Kuhstall
07.11.2016

Wo früher nur Ultraschalluntersuchung oder Palpation möglich war, ergänzt heute der Test einer Milchprobe die Trächtigkeits-Diagnostik. Diese Untersuchung ist eine Innovation im Rahmen der Milchkontrolle und seit 2014 Bestandteil der LKV-Services.

Ist meine Kuh trächtig oder nicht?

Diese Frage stellt sich ein Milchviehhalter beinahe täglich, je nach Herdengröße sogar mehrfach. Denn für eine erfolgreiche Milchproduktion ist es essentiell, dass die Tiere regelmäßig ein Kalb bekommen. Der Landwirt muss deshalb frühzeitig wissen, ob seine Kühe tragend sind oder nicht, damit er sein Fruchtbarkeitsmanagement entsprechend abstimmen und z.B. im Falle einer ausbleibenden Trächtigkeit oder nach einem Abort zügig eine gezielte Untersuchung und Behandlung durch den Hoftierarzt erfolgen kann. Dies verringert die Zwischenkalbezeiten. Schließlich kostet jeder Zeitverlust bares Geld.

Seit 2014 können alle Milcherzeuger – nicht nur Mitglieder der Landeskontrollverbände (LKV) – auf eine neue Methode für Trächtigkeitsuntersuchungen (TU) zurückgreifen, welche die bekannten Optionen Palpation und Ultraschalluntersuchung ergänzt. Hierbei handelt es sich um den sogenannten PAG-Test.
Bei der TU aus Milch wird auf ein trächtigkeitsassoziiertes Glykoprotein, das pregnancy associated glycoprotein (PAG), getestet, welches dem Untersuchungsverfahren seinen Namen gegeben hat. Der PAG-Gehalt ist bereits ab dem 28. Tag nach der Besamung in der Milch nachweisbar.

Voraussetzungen für die Trächtigkeitsuntersuchung aus Milch

Für die Durchführung einer TU nach dieser Methode ist lediglich eine Milchprobe der betreffenden Kuh nötig. Die Milchprobe kann jederzeit als individuelle Probe vom Landwirt ohne großen Aufwand während des Melkens selbst gezogen und zur Untersuchung an den zuständigen LKV geschickt werden. Es ist aber auch möglich, die Probe der zu untersuchenden Kuh aus der monatlichen Milchkontrolle gesondert kennzeichnen zu lassen, damit diese zusätzlich zur Analyse der Milchinhaltsstoffe und der Zellzahl auf ihren Gehalt an PAG untersucht wird.

Wichtig für eine möglichst große Genauigkeit des PAG-Tests ist die Einhaltung folgender zeitlicher Rahmenbedingungen: Die letzte Kalbung muss mindestens 60 Tage zurückliegen und die letzte Besamung mindestens 28 Tage. Dies ist dadurch bedingt, dass PAGs in der Milch auch nach einer Kalbung oder einem Abort noch rund 60 Tage nachweisbar sind. Werden die zeitlichen Abstände eingehalten, liefert der PAG-Test aus der Milch Ergebnisse mit über 98-prozentiger Sicherheit.

Das Ergebnis des PAG-Tests

Der Milchtest bietet die Möglichkeit eine Trächtigkeit nachzuweisen oder zu bestätigen ohne das Tier manuell untersuchen zu müssen und stellt damit eine Erweiterung des klassischen Untersuchungsspektrums (Palpation, Ultraschall) in der Trächtigkeits-Diagnostik dar. Der Test ist eine sinnvolle Ergänzung zur tierärztlichen Untersuchung, denn er hilft nicht trächtige Tiere schneller zu erkennen, sodass sich der Hoftierarzt gezielt diesen Tieren widmen kann.

Für das Ergebnis der TU aus Milch gibt es drei mögliche Varianten: „trächtig“, „nicht trächtig“ und „unklares Ergebnis“. Je weiter eine Trächtigkeit vorangeschritten ist, desto höher ist der PAG-Spiegel in der Milch und umso größer ist die Sicherheit des Tests. Nach einer Kalbung oder einem Abort sinkt der PAG-Gehalt wieder unter die Nachweisgrenze ab.

Vorteile des Milch-Tests

  • schneller und einfacher Nachweis der Trächtigkeit aus Milchproben

  • sicherer Nachweis ab dem 28. Trächtigkeitstag
  • einfache Probenahme
  • keine weitere Belastung und Stress für das Tier durch Fixierung und zeit- und arbeitsaufwendige manuelle Trächtigkeitsuntersuchungen
  • verringerte Zwischenkalbezeit durch frühes Erkennen nicht trächtiger Tiere
  • Sicherheit bei embryonalem Frühtod und Aborten zu jedem Trächtigkeitsstadium
  • Nachweis beim Verkauf von Schlachtkühen

DLQ