Modul 7 – Q Check Report

Der Q Check-Report

Als Tierhalter täglich die Verantwortung für seine Herde zu tragen, kostet viel Zeit und Energie. Für zusätzlichen Dokumentationsaufwand und umfangreiche Bewertungen fehlt oft die Zeit. Doch wer Milchkühe hält, muss das Wohlergehen seiner Tiere anhand von aussagefähigen Indikatoren erheben und bewerten. So will es das Tierschutzgesetz. Der Q Check-Report unterstützt Sie dabei!

§ 11 Abs. 8, TierSchG: „Wer Nutztiere zu Erwerbszwecken hält, hat durch betriebliche Eigenkontrollen sicherzustellen, dass die Anforderungen des § 2 TierSchG eingehalten werden. Insbesondere hat er zum Zwecke seiner Beurteilung, dass die Anforderungen des § 2 erfüllt sind, geeignete tierbezogene Merkmale (Tierschutzindikatoren) zu erheben und zu bewerten.“

Genutzt werden Erfassungs- und Analysesysteme, die seit Jahren tierbezogene Daten – automatisiert und deutschlandweit einheitlich – generieren. Dabei liefern die Milchkontrolle und das Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere (HIT) wertvolle Informationen zur Tiergesundheit. Aus diesen Systemen werden jene Indikatoren abgeleitet, die für das Herdenmanagement und die betriebliche Eigenkontrolle relevant sind. Gebündelt und aufbereitet im Q Check-Report sind sie die Grundlage für eine einfache Durchführung der betrieblichen Eigenkontrolle. Mit einem Blick lässt sich so der Status quo einer Herde erfassen – ganz ohne Mehraufwand für den Landwirt¹

Alle wichtigen Informationen auf einen Blick

Mithilfe eines Benchmarking-Systems hat der Landwirt¹ zudem die Möglichkeit, die Entwicklung seiner Herde zu verfolgen. So werden Schwachstellen schnell erkannt und abgestimmte Maßnahmen können unmittelbar eingeleitet werden. Des Weiteren können Vergleiche mit anderen Betrieben der gleichen Betriebsstruktur (Betriebsgröße und Rasse) angestellt werden. Das hilft dabei das eigene Handeln zu überprüfen.

Der Q Check-Report bietet allerhand Informationen. Einen kleinen Auszug zeigt die folgende Grafik (zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken):

Der Q Check-Report ist als offenes und ausbaufähiges System angelegt. Weiterentwicklungen und die Integration weiterer digital vorliegender Daten sind angedacht. Vorstellbar sind etwa die Berücksichtigung von Schlachthofbefunden.

Einheitlich nach festen Regeln

Der Q Check-Report beruht auf einem nationalen Standard, der im Rahmen der Milchkontrolle alle Definitionen und Berechnungen festlegt. Alle LKV haben sich diesem Standard verpflichtet und garantieren so einheitliche Ergebnisse – deutschlandweit!

Das Design des Q Check-Reports und seine Bereitstellung (digital und/oder analog) fällt unterschiedlich aus, schließlich kennt jeder LKV „seine Landwirte1“ am besten. Sehen Sie hier ein Beispiel aus Schleswig-Holstein: Q Check-Report (externer Link).

Ihre Vorteile auf einen Blick

  • Q Check nutzt etablierte Daten und Informationen aus vorhandenen Erfassungs- und Analysesystemen, um valide und praktikable tierbezogene Indikatoren automatisiert, im Sinne der betrieblichen Eigenkontrolle, zu bündeln und zu bewerten.
  • Die Darstellung der Ergebnisse über den Q Check-Report reduziert den Dokumentationsaufwand.
  • Betriebliche Schwachstellen können faktenbasiert aufgedeckt und gemeinsam mit betreuenden Tierärzten1 und/oder Beratern1 konsequent bearbeitet werden.
  • Q Check ist ein dynamisches System. Digital vorliegende Daten zu relevanten Tierwohlbereichen sollen und können zukünftig integriert werden.
  • Q Check kann mehr und ist die Antwort auf die politische Forderung nach einem nationalen Tierwohlmonitoring. Anoymisiert können die gebündelten Daten die Tierwohlsituation in Deutschland widerspiegeln und zur Versachlichung der Diskussion beitragen.

Das nationale Tierwohlmonitoring

Die flächendeckende und einheitliche Erhebung der Q Check-Indikatoren gewährleistet eine neutrale und objektive Beurteilung des Wohlergehens von Milchkühen und Jungtieren. Anonymisiert können die Ergebnisse überregional für die Beurteilung des Status quo herangezogen werden und so ein sachlich fundiertes Bild der Tierwohlsituation in Deutschland liefern. Ganz im Sinne der Nutztierstrategie (externer Link) des BMEL, die ein nationales Tierwohlmonitoring fordert.

Von weniger Transparenz hat keiner mehr

So dient Q Check nicht nur der betrieblichen Eigenkontrolle und dem betrieblichen Management, sondern auch der Versachlichung der politischen und gesellschaftlichen Diskussion. Mit der Zustimmung der Landwirte¹ können die anonymisierten Daten jährlich ausgewertet und so der Status quo des Tierwohls in der deutschen Milchviehhaltung dargestellt werden. Q Check bietet der Branche die Chance, sich aktiv und faktenbasiert in die Tierwohldebatte einzubringen.

Einer für alle und alle für einen

Gemeinsam sorgen die LKV und ihre Rechenzentren für eine reibungslose und anonymisierte Datenverarbeitung. Ein erfahrenes und bekanntes Bündlerteam trägt die Ergebnisse von rund 33.000 Betrieben zusammen. Nach dem Motto „von weniger Transparenz hat keiner mehr“ kümmert es sich in Abstimmung mit den Milchkontrollverbänden um eine verantwortungsvolle Veröffentlichung.

Datenschutz wird groß geschrieben

Der Bundesverband Rind und Schwein e.V. nimmt den Schutz Ihrer personenbezogenen Daten sehr ernst. Wir möchten Ihnen mit diesen Datenschutzhinweisen (externer Link) daher einen Überblick darüber geben, wie wir den Schutz Ihrer Daten gewährleistet, welche Art von Daten zu welchem Zweck erhoben werden und wie sie verwendet werden. Mit dem Klick auf den Link werden Sie auf die Internetseite des Bundesverbandes Rind und Schwein e.V. weitergeleitet.

Die Verknüpfung von Daten aus bestehenden Erfassungs- und Analysesystemen kann nur unter hohen Datenschutzstandards umgesetzt werden. Nach dem Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ regelt ein eigens entwickeltes Datenschutzkonzept die Erfassung, Sicherung und Verarbeitung jener Daten, die für die betriebliche Eigenkontrolle und ein anonymisiertes nationales Tierwohlmonitoring relevant sind. Dabei gelten die bewährten strengen Datenschutzkriterien weiterhin uneingeschränkt. Die Datenhoheit liegt bei den Betrieben und bleibt unangetastet.

Anonymisierte Transparenz – kompetent und sicher

Ein Bündlerteam, bestehend aus DLQ, RDV und vit, sorgt für den reibungslosen Datenfluss unter Wahrung der datenschutzrechtlichen Vorgaben. Die Verarbeitung der freigegebenen anonymisierten, einzelbetrieblichen Daten für das nationale Monitoring zu den Q Check-Indikatoren erfolgt durch vit. Hierfür haben vit und RDV eigens eine Bündlerdatenbank entwickelt. Die ermittelten Ergebnisse zum Nationalen Monitoring werden in Abstimmung mit den LKV freigeben und durch das Bündlerteam veröffentlicht.

Milchkontrolljahr 2025 – Deutliche Verbesserung der Eutergesundheit

In Deutschland wird die Gesundheit der Milchkühe engmaschig überwacht. Ein wichtiges Instrument ist dabei die unabhängige monatliche Milchkontrolle. Für das Milchkontrolljahr 2024/2025 (01.10.2024 bis 30.09.2025) hat der Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS) die Milchkontrollergebnisse aus allen Regionen Deutschlands zusammengefasst. Die Zahlen zeigen, dass die Milchviehhalter einen besonderen Fokus auf die Eutergesundheit ihrer Tiere legten, denn diese wurde in allen Regionen deutlich verbessert.

Eutergesundheit deutlich verbessert

Für das Herdenmanagement ist die regelmäßige Bestimmung der Zellzahlen und deren Auswertungen im monatlichen Kontrollbericht von besonderer Bedeutung zur Sicherstellung der Eutergesundheit der Tiere. Im Milchkontrolljahr 2024/2025 lag der mittlere Gehalt bei 231.000 Zellen je ml und verbesserte sich deutlich im Vergleich zum Vorjahr. Erfreulich ist, dass in allen Regionen Deutschlands der Anteil der Tiere in der besten Zellzahlklasse (< 100.000 Zellen/ml) zunahm. Insgesamt 77,9 % aller Milchproben wiesen einen Zellgehalt von weniger als 200.000 Zellen je ml auf; ein Erfolg jedes einzelnen Betriebsleiters.

Milchleistung leicht angestiegen

Die 3,09 Millionen geprüften Milchkühe gaben im Mittel aller Rassen 82 kg mehr Milch je Kuh und Jahr und erreichten eine durchschnittliche Jahresleistung von 9.718 kg Milch mit einem Milchfettanteil von 4,10 % und einem Milcheiweißgehalt von 3,52 %. Die höchsten Leistungssteigerungen erzielten die Kühe in Sachsen (+182 kg), gefolgt von den Kühen aus den Regionen Berlin-Brandenburg (+139 kg) und Niedersachsen (+132 kg). Die höchste mittlere Milchleistung je Kuh wurde ebenfalls in Sachsen erreicht (10.909 kg bei 4,00 % Fett und 3,50 % Eiweiß). Das mittlere Leistungsniveau der Kühe in Bayern lag dagegen bei 8.628 kg Milch mit den im Bundesdurchschnitt höchsten Fett- und Eiweißgehalten von 4,18 % bzw. 3,55 %. Die regional differenzierten Leistungen sind hauptsächlich auf die verschiedenen Produktionsvoraussetzungen und die vorherrschenden Milchviehrassen zurückzuführen.

Atypische Ergebnisse des Jahresabschlusses

Während in den Vorjahren beim Vergleich der Kuhzahlen zum Stichtag 30. September regelmäßig ein nahezu konstanter Rückgang zu beobachten war, zeigt sich in diesem Jahr ein untypisches Ergebnis: Mit nahezu 3,14 Millionen Milchkühen wurden fast genauso viele Kühe zum Ende des Kontrolljahres geprüft wie im Vorjahr (-0,3 %; Vorjahr: -3,3 %). Der Endbestand an Kühen war damit nahezu identisch mit dem Anfangsbestand. Gleichzeitig sank die im Kontrolljahr im Durchschnitt geprüfte Anzahl an Kühen (A+B-Kühe) um 76.694 Tiere (-2,5 %). Dies deutet darauf hin, dass viele Milchviehhalter den Abgang einzelner Kühe erst zeitversetzt durch frisch abgekalbte Färsen ausgleichen konnten, da diese offenbar nicht in dem Zeitraum abgekalbt haben, der für einen unmittelbaren Bestandsausgleich erforderlich gewesen wäre.

Milchkontrolle in Deutschland – mehr als nur ein Leistungsvergleich

Die Milchkontrolle in Deutschland wird durch unabhängige, regional tätige Landeskontrollverbände durchgeführt. Ihre Arbeit erfolgt auf Grundlage internationaler und nationaler Regelungen. Durch ihre Mitgliedschaft im Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS) haben sie sich zur Einhaltung der BRS-Richtlinien und Empfehlungen verpflichtet. Die qualitativ hochwertigen Milchkontrolldaten bilden auch die wesentliche Grundlage für die Q Check Auswertungen. Hier werden einerseits Tierwohlindikatoren auf Betriebsebene ausgewiesen. Andererseits wird durch eine Zusammenführung von anonymisierten Betriebsdaten ein nationales Tierwohlmonitoring mit hohem Aussagewert erreicht. Das Qualitätsniveau, das im Rahmen von Q Check erreicht wird, wird in keiner anderen Auswertung zum nationalen Tierwohlmonitoring erreicht. Gleichzeitig ermöglicht die Nutzung von Q Check den Milchvieh-haltern, die gesetzlichen Anforderungen an die verpflichtende Eigenkontrolle nach dem Tierschutzgesetz zu erfüllen, sofern die Milchkontrolle über den regionalen Kontrollverband beauftragt wird.

Service

Sie möchten mehr zu den Indikatoren erfahren? Gerne, unsere Merkblätter (externer Link) stecken voller Details.

Sie wünschen sich Unterstützung bei der Durchführung der betrieblichen Eigenkontrolle und haben Fragen zu Ihrem Q Check-Report? Dann melden Sie sich bitte bei Ihrem Milchkontrollverband (externer Link).

Für Fragen wenden Sie sich bitte an den BRS-Fachbereich
Leistungs- und Qualitätsprüfung.

Weitere Informationen finden Sie auch auf www.q-check.org
(externer Link).

Bundesverband Rind und Schwein e.V.
Cord Höltje
Adenauerallee 174
53113 Bonn
Fon: +49(0)228 91447 0
Mail: info@rind-schwein.de

¹Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet.